May 23rd, 2007 by admin
Immobilienpreise in Spanien sinken
MADRID - 21. Mai 2007
Ein Platz unter Spaniens Sonne wird bald erschwinglicher. Eine Flut neuer Baugebiete, Korruptionsskandale und Bodengesetze haben die Preise für Immobilien kräftig sinken lassen. Der Markt ist gesättigt, seit ein von billigen Krediten angeheizter Bauboom die Kosten für Grund und Boden in sieben Jahren mehr als verdoppelt hat und in Spanien manches Jahr mehr Häuser hochgezogen wurden als in Frankreich, Deutschland und Italien zusammen. Nach 13 fetten Jahren stehen Bauherren bei den Banken mit 250 Milliarden Euro in der Kreide, das ist etwa ein Viertel der Wirtschaftsleistung des südeuropäischen Ferienlandes.
“Vor allem in den vergangenen 18 Monaten sind die Immobilien preiswerter geworden”, hat Brian David vom britischen Verband der Grundstücksmakler beobachtet, dessen spanische Sektion ihren Sitz in Marbella an der Costa del Sol hat. Sein in Murcia tätiger Kollege Gordon Turnbull bestätigt: “Sie bauen zu viele Häuser.” Kostete eine Zwei-Zimmer-Ferienwohnung mit Bad vor zwei Jahren noch 155 000 Euro, so geht sie jetzt für 135 000 Euro weg. Das ist ein Preisrückgang um 13 Prozent.
Auch die Investitionen von Ausländern sind kräftig zurückgegangen. Legten sie 2003 noch 7,1 Milliarden Euro unter Spaniens Sonne an, so waren es Zahlen der spanischen Notenbank zufolge im vorigen Jahr nur noch 4,8 Milliarden Euro. Obwohl das Immobiliengeschäft nur 15 Prozent zur Wirtschaftsleistung an den Küstenregionen beiträgt, sind seine Auswirkungen auf den gesamten Bodenmarkt erheblich, wie Gilles Moec von der Bank of America feststellt. “Es droht eine Kettenreaktion”, warnt auch José Ramon Iturriaga von der Investmentfirma Abante Asesores in Madrid. Ein Ende des Baubooms könnte die gesamte spanische Volkswirtschaft hinabziehen.
Ein weiterer Grund für das Ausbleiben der Kundschaft sind die Preise. Grundstücke in Bulgarien oder Kroatien sind billiger zu haben. Die Käufer wollten für die Zweitwohnung nicht mehr bezahlen als für den ersten Wohnsitz, hat Banker Moec erfahren. Der spanische Markt sei daher für Nordeuropäer nicht mehr so attraktiv.
rtr
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